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Um im manuellen Modus ein Bild korrekt zu belichten, haben wir drei Faktoren, die wir beeinflussen können. Die Blende, den ISO-Wert und die Belichtungs- bzw. Verschlusszeit. Jeder dieser Faktoren kann das Bild heller oder dunkler gestalten, aber jeder hat auch noch eine weitere individuelle Auswirkung auf unser Bild.

Generell können wir uns also schon einmal merken, dass wir mit der Blende, dem ISO-Wert und der Verschlusszeit neben der Helligkeit unseres Bildes auch noch gestalterische Elemente beeinflussen können.

Durch eine offene Blende (f/2.2) konnte ich hier den Kopf des Hundes schön vom Hintergrund freistellen.

Aber wir fangen ganz in Ruhe vorne an und arbeiten uns langsam durch die einzelnen Themen. Am Ende des Artikels habe ich dann noch einen Spickzettel für Euch.

Auf geht’s!

Die Blende

Die Blende ist ein Bauteil im Objektiv. Alte Objektive, die man oft noch auf Flohmärkten angeboten bekommt haben einen Einstellring, mit dem man die Blendenöffnung manuell einstellen kann. Heutzutage bestimmen wir die Blende mit einem Rädchen am Kamera-Body oder über den Touchscreen.

Mit der Blende können wir zwei wichtige Dinge in der Fotografie steuern. Zum einen die Menge an Licht, die auf den Sensor trifft, und zum anderen die sogenannte Schärfentiefe.

Man kann die Blende auch gut mit der Iris des menschlichen Auges vergleichen. Wenn wir uns bei Sonnenlicht  draußen im Freien befinden und mal unserem Gegenüber in die Augen sehen, dann stellen wir fest, dass die Iris eher klein ist. Das liegt daran, dass viel Licht vorhanden ist und die sich die Iris deshalb schließt, damit nicht zu viel Licht ins Auge kommt und wir alles viel zu hell war nehmen. 

Sitzen wir abends mit unserem Partner in einer dunklen Cocktail-Bar, dann ist die Iris weiter geöffnet, damit mehr Licht zur Verfügung steht und unser Auge alles abbilden kann. Genauso verhält es sich mit der Blende.

Spickzettel für Fotografen - die Blende

Steuerung der Schärfentiefe
In der Landschaftsfotografie möchte man in der Regel möglichst alle Bereich im Bild scharf abgebildet haben. Das Bild soll also vom Vordergrund, bis zum Hintergrund eine schöne Schärfe haben. Um dies zu erreichen, muss ich eine möglichst weit geschlossene Blende wählen, also eine hohe Blendenzahl wie z.B. eine Blende 16 oder sogar 22.

Steuerung des Lichteinfalls
Mit der Blende bestimmen wir, wieviel Licht auf den Sensor trifft, während der Verschluss geöffnet ist. Je kleiner die Blendenzahl, desto weiter ist die Blende geöffnet und desto mehr Licht trifft auf den Sensor. Wenn die Blendenzahl groß ist (z.B. Blende 16) ist die Öffnung der Blende klein und weniger Licht trifft auf den Sensor.

Bei Hundeportraits arbeite ich gern mit einer offenen Blende. Bei einer Blende 2.0 habe ich zum Beispiel nur einen ganz kleinen Schärfebereich im Bild. Die Nasenspitze im Bildvordergrund ist unscharf, die Augen sind scharf und die Ohren sind schon wieder unscharf.

Auch bei diesem Bild habe ich eine sehr offene Blende gewählt. Durch die Objekte im Vorder- und Hintergrund, die durch die offene Blende verschwimmen, bekommt das Bild noch zusätzlich Tiefe.

Der ISO-Wert

Mit dem ISO-Wert können wir die Lichtempfindlichkeit unseres Sensors definieren. Je höher der ISO-Wert, desto Lichtempfindlicher ist der Sensor und desto weniger Licht muss für ein Bild zur Verfügung stehen.

Das Problem ist nur, dass hohe ISO-Werte oft mit einem unschönen Bildrauschen einhergehen. Ab wann dieses Bildrauschen einsetzt bzw. störend wird liegt an dem eingebauten Sensor (Chip) und natürlich auch an dem Qualitätsanspruch des jeweiligen Fotografen.

Am besten macht ihr mit allen, zur Verfügung stehenden ISO-Werten ein Testbild und schaut Euch die Ergebnisse ganz genau am Rechner an. So könnt ihr vermeiden, dass Euch unschönes Bildrauschen eine ganze Bildserie verhunzt.

Mit welchen Einstellungen ihr den ISO-Wert möglichst gering halten könnt, erfahrt Ihr am Ende des Artikels, wenn ich auf das Zusammenspiel aller Belichtungsrelevanten Einstellmöglichkeiten eingehe.

Die Belichtungszeit bzw. Verschlusszeit

Der Verschluss befindet sich im Kamera-Body vor dem Bildsensor. Beim Auslösen öffnet sich dieser für die Dauer der von uns vorher eingestellten Belichtungszeit. Je länger die Belichtungszeit, desto mehr Licht fällt durch die Blende auf den Sensor.

Die Auswahlmöglichkeiten reichen dabei von ganzen Sekunden bis hin zu Bruchteilen von Sekunden wie zum Beispiel 1/60 oder sogar 1/1000 Sekunde oder schneller. 

Beim Fotografieren aus der Hand gibt es für Anfänger die Faustformal, dass man eine Belichtungszeit wählen sollte, die mindestens der Brennweite entspricht. Wenn ich also mit einem 85mm Objektiv ein Portrait von meinem Hund machen möchte, sollte ich mindestens 1/80 bis 1/100 Sekunde wählen, damit mein Bild nicht verwackelt.

Die gewählte Zeit wird Euch von der Kamera angezeigt:

1/125, 1/60, 1/30, 1/15, 1/8, 1/4, 1/2, 1sek, 2s, 4s, 8s, 15s, 30s

Oft zeigt Euch die Kamera die Belichtungszeit jedoch ohne die Bruchstriche und mit “ für ganze Sekunden an

125, 60, 30, 15, 8, 4, 2, 1″, 2″, 4″, 8″, 15″, 30″

Ihr solltet dabei auch beachten, dass nicht nur die eigene Bewegung beim Fotografieren für verwackelte Bilder sorgen kann. Auch der Hund kann und wird sich vermutlich sogar bewegen.  Wenn  ich auf Grund der Lichtverhältnisse zu einer eher längeren Belichtungszeit gezwungen bin, zoome ich zwischendurch immer mal in die Voransicht auf meiner Kamera rein, und überprüfe ob die Belichtungszeit noch ausreicht. Auf den hochauflösenden Screens der heutigen Kameras sehen die Bilder oft perfekt und knackig scharf aus, solange man nicht reinzoomt.

Das Belichtungs-Dreieck